Da kommt man von einer wundervollen Woche Urlaub nach Hause und findet seine geliebte Familie, zwei Einladungen zu Geburtstagen und zwei Pakete von Amazon.
Da ist es auch egal, dass man 'ne fette Erkältung bekommen hat und in der Nacht gefühlte dreißig Minuten auf 50cm² geschlafen hat.

1 Kommentar 15.4.12 18:24, kommentieren

Bestandsaufnahme.

Es fühlt sich komisch an.
Gestern habe ich die letzte schriftliche Abiturprüfung hinter mich gebracht. Und jetzt ist da irgendwie ein Nichts, und zwar ein ziemlich großes. Es macht es uns einfach, wenn wir genau wissen, womit wir unsere Zeit verbringen werden, weil wir es müssen. Ja, es ist einfach zu wissen, dass man heute, morgen und den Tag danach am Schreibtisch verbringen wird, um zu lernen. Analytische Geometrie, Analysis, Stochastik. Alkohole, Fette, Ester, Nachweisreaktionen und alles andere. Egal was. Egal, wie sehr einem das Thema oder das Büffeln widerstrebt, es macht einem den Tag einfach.
Es macht den Tag zu keinem schönen Tag. Aber eben einfach.
Und jetzt. Schluss.
Man könnte meinen, ich müsste jetzt mit meinen Freunden feiern. Oh ja. Das werde ich auch tun. Allerdings sind die alle noch nicht fertig und im Moment recht wenig ablenkungsbedürftig. Da würde ich mich nicht wohl fühlen.
Und dann sind da ja auch die vielen Dinge, die unerledigt geblieben sind. All die Dinge, über die man gesagt hat: "Nach dem Abi. Dann hab ich Zeit." Dinge wie eben mein Zimmer aufräumen, den Carport streichen. Bekanntschaften pflegen, eine Menge durch die Gegend fahren, eine ehemals gute Freundin besuchen, die Anfang Februar Geburtstag hatte, die man aber schon seit der Jahreswende nicht mehr gesehen hat. Genau solche Dinge.
Dinge, die wichtig sind, aber auch nicht ganz angenehm.

Und da ist natürlich auch die große, im Moment wirklich hirneinnehmende Frage: Was mache ich im nächsten Jahr?
Und in dieser eigentlichen Rat- und Ideenlosigkeit sitze ich hier und versuche, mir selbst irgendwie klar zu machen, was ich will, kann und gut für mich ist. Und was möglich ist.

1 Kommentar 24.3.12 12:07, kommentieren

Der Motzmops

Wie beschissen muss es einem gehen, dass der Deutschlehrer einen darauf anspricht?
Oder eher: Was muss man ausstrahlen?
Und auch: Was soll man auf die Frage "Was is los?" antworten, wenn man mit einer ähnlichen Frage gerechnet hat, trotzdem überrumpelt ist und mit dem Mund, so wie ich, schneller als mit dem Kopf ist? Mein "Ich weiß nicht" hat die Sache schon gut auf den Kopf getroffen. Womit hast du gerechnet, Kerl?
Wozu soll ich eigentlich antworten, wenn ich sowieso das Gefühl habe, bis ins Kleinste durchschaut zu werden?
Und damit war mein Tag dann auch gelaufen.

Vielleicht sollte ich mir einfach mal erlauben, schlechte Laune zu haben. Sonst hab ich doch auch eher selten das Bestreben, perfekt zu sein. Aber irgendwie bringe ich lieber Leute zum Lachen, als dass ich selbst der Motzmops bin. Und irgendwie schafft dieser aufgesetzte Sonnenschein es immer, die anderen zu blenden.
Nur nicht meinen verdammten Deutschlehrer. Und das wurmt mich. Ziemlich. Ziemlich sehr.

Da steht ich nun, ich armer Tor,
und bin so klug als wie zuvor!

17.11.11 17:34, kommentieren

Moment, Aufnahme!

Ich kehre hierher zurück, zu meinem alten Blog, der so viel von meiner Vergangenheit aber wenig von meiner Zukunft zeigt.

Oben streiten meine Eltern. Ich höre, wie Papa die Tür schließt und den Schlüssel umdreht. Er liebt diese Frau. Er hat nie wieder so glücklich ausgesehen wie auf ihren Hochzeitsbildern.

Ich logge mich in meinen Emailaccount ein. Erika Mustermann. Passwort mit 27 Zeichen. Ob Erika dement werden kann?, denke ich, denn so heißt meine Oma. Dann würde sie ihr Passwort vergessen, erst würde sie sich darüber ärgern, irgendwann hätte sie aber vergessen, dass sie einen Account hat.

Mama macht die Wäsche, im Wintergarten sitzt meine Oma und liest Zeitung. Wie es wohl ist, wenn man nicht weiß, ob man diesen Artikel schonmal gelesen hat, wenn einem die Zeitung von Anfang Mai immer noch neu vorkommt? Ich liebe sie. Manchmal spielen wir Karten, Oma schlägt Mama dann und wann im Memory.

Das klappern der Tastatur erinnert mich an mich selbst. Eine Melodie, die mich schon seit Jahren verfolgt.

Oben unterhalten sich meine Eltern. Eigentlich müsste ich die Dusche rauschen hören, allerdings ist da nur ein Türenknallen. Irgendwer schneidet sich die Nägel, ich denke, ich müsste das auch mal wieder tun.

In meinem Zimmer steht ein Koffer, eingepackt, nicht ausgepackt. Vielleicht kann ich woanders Normalität finden, mich zurecht finden, jemanden finden, irgendwas finden. In einem Land, dessen Sprache ich nicht beherrsche, zusammen mit Leuten, die ich zu kennen dachte aber nicht zu kennen glaube. In einer Woche. Ich werde noch immer suchen, wenn ich zurückkomme, das weiß ich schon jetzt.

1 Kommentar 4.9.11 18:59, kommentieren

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