Gedankendiktat - Sprachlos wie Woyzeck

gedanken in meinem kopf ohne punkt und komma die das strukturieren erleichtern könnten
ohne bilder es bleibt nur ein vages gefühl des verstehens schwammig chaotisch durcheinander
gedanken in mir ohne worte ich bin wie woyzeck unfähig mich auszudrücken
"Adies, Marie. Heute Abend"
mehr vermag ich nicht zu sagen worte wie stützvektor oder äquatorial guinea kommen mir nicht über die lippen ohne dass ich darüber stolpere wie heute beim joggen über den stein
worte wie eruieren oder erudieren oder prädestiniert oder prädistiniert oder ganz andere ohne die ich nicht mehr auskomme obwohl ich nicht genau weiß wie sie zu verwenden sind

Ist der leidende Ausdruck Ausdruck für eines leidenden Seins?

Ich reduziere die mehr als dreidimensionalen Gedanken, die mit Bildern, Farben, Gefühlen, Eindrücken und Ansätzen verknüpft sind, auf ein paar platte Buchstaben, die nicht mal annähernd dazu in der Lage sind, das, was in meinem Kopf abgeht, wiederzugeben. Weil die Worte fehlen. Weil es sie nicht gibt oder weil ich sie nicht kenne. Weil ich es nicht vermag, die Fragmente so in Sätze zu packen, dass ein rundes Ganzes dabei herauskommt. Weil ich Worte anders verstehe, weil ich sie anders interpretiere oder weil sie für mich einfach unterschiedlich sind. Und weil jeder andere nochmal anders interpretiert oder versteht. Hieraus resultiert, dass kaum etwas von dem, was ich sagen wollte, meinte und vermitteln wollte, ankommt und verstanden wird.

Und das deprimiert. Macht aggressiv. Rast- und ruhelos.
Es ist nicht, weil ich nicht kann, was ich will. Sondern weil ich nicht vermag, das zu tun, was ich kann.

1 Kommentar 28.2.11 21:27, kommentieren

15:36
Ich sitze eingeklemmt zwischen Schmitz und Manolo auf der Rückbank von Jettas Auto. Die Schultern der Jungs sind so breit, dass ich nicht gerade sitzen kann. Angeschnallt ist niemand, aber es ist ohnehin so eng, dass Manolo fast aus der Tür fällt, als wir vor seinem Zuhause ankommen und er sie öffnet.


15:14
Ich trage sieben leere Kuchenformen zu Jettas Auto. Im Kofferraum liegen schon zweimal so viele und eigentlich ist er jetzt schon voll. Ein Suzuki Swift ist einfach nicht dafür gedacht, die Überbleibsel unseres Kuchenverkaufs zu transportieren. Ich fluche leise vor mich hin und beginne, die Platten, Deckel und Container hin und her zu räumen. Schließlich passt alles und ich werde für meine Tetris-Künste gelobt.


13:09
Schmitz kocht Kaffee und reicht mir meinen dritten Becher. Zwei Milch, zwei Zucker. Widerlicher Kram. Unser Kuchen ist schon fast aufgekauft, die letzten verbleibenden Stücke will niemand mehr haben. Auch nicht für 40 Cent, auch nicht gratis. Cora, Jetta, Schmitz und ich hängen unmotiviert auf unserer Bank. Alle hoffen, dass sie bald nach Hause gehen können.


08:50
Wir tragen Tische, Bänke, Pappdeckel, Kaffee und ganz viel Kuchen von einem Ort zum anderen. Noch bevor wir fertig aufgebaut haben, sind fast zwei ganze Kuchen verkauft. Die Belegschaft frohlockt, Pius erklärt mir die Kaffeemaschine, die ich als Teetrinker und Senseobesitzer nicht bedienen kann.


--- 19:52
Ich stehe im Badezimmer und bewundere Mamas Kontaktlinsentechnik. Sie ist der einzige Mensch, den ich kenne, der keinen Spiegel braucht, um sie reinzubekommen. Ich schminke sie mit grünem Lidschatten, der weder ihr noch mir gefällt, sie macht ihn wieder ab. Ich frage mich, ob meine Augenlider irgendwann auch aussehen werden wie ihre, blende dunkelblauen Lidschatten über hellblauen, ein wenig Kajal und Wimperntusche, knallroter Lippenstift und Rouge. Ich denke, wie schnell man aus einer schönen Frau eine unschöne machen kann.

1 Kommentar 19.2.11 19:37, kommentieren

mec

Je t'ai regrettée.
Tu n'es pas venu.
Je je t'ennuyai.
Tu n'es pas arrivé.

Je t'ai cherché
mais pas trouvé.
"Ce n'est rien",
je m'ai dit.
Mais ce n'est pas vrai.

1 Kommentar 6.2.11 11:10, kommentieren

Du, du & wieder du. Da ist zu viel von dir in meinem Kopf.
Gestern abend vorm Einschlafen wie blöde gegrinst, einfach nur, weil ich an dich denken musste.

18.1.11 18:29, kommentieren

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